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Herzlich willkommen.

Schifferverein Homberg von 1892 e. V.

Sponsor diverser Maßnahmen an den Museumsschiffen.

Der pensionierte technische Leiter (MDB) bedankt sich hiermit für die großzügige Hilfsbereitschaft während seiner Dienstzeit.
Der gesamte kostenlose Arbeitseinsatz an den Museumsschiffen wurde von 1998 bis 2001 mit 3.437 Arbeitsstunden notiert.
Die kostenlosen Vereinsarbeiten in 2002 und 2003 betragen 1.763 Arbeitsstunden.
Somit haben die Vereinskameraden mit insgesamt 5.200 kostenlosen Arbeitsstunden das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt entlastet.
Vielen Dank auch für die geleisteten Sachspenden (Farben, Lacke, Pinsel, Schmöller, Farbrollen, Schrubber, Wasserschläuche, Reinigungsmaterialien u.v.m..).
Eine Große Hilfe war auch der fachliche Beistand in vielen Situationen, auch hierfür noch einmal vielen herzlichen Dank.
                   Ohne ehrenamtliche Vereinstätigkeiten wäre so manches nicht möglich gewesen!!!

                                                                                                                                                 Mit Schiffergruß
                                                                                                                                                 ALLZEIT GUTE FAHRT
                                                                                                                                                 IN GOTTES NAMEN
                                                                                                                                                 Hermann Dubisz
                                                                                                                                                                                                                           



Seit 1980 vergibt der Verband
“Duisburger Bürgervereine e.V.”              alljährlich das so genannte   Bürgerehrenwappen an Personen und Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Stadt Duisburg und der darin lebenden Menschen verdient gemacht haben.
Nach dem einstimmigen Beschluss der Findungskommission wurde uns - als erstem Duisburger Verein überhaupt - diese Auszeichnung zuerkannt.
Die bisher Geehrten waren jeweils Einzelpersonen.
Mit der Verleihung des Bürgerehrenwappens, die am 16.11.2001 im großen Sitzungssaal des Duisburger Rathauses vor vielen geladenen Gästen erfolgte, wurde unsere uneigennützige Arbeit auf dem Museumsschiff OSCAR HUBER gewürdig
t.

Chronik des Schifferverein Homberg von 1892 e.V.

in der Fassung vom 24. August 2001, erstellt durch den Ehrenvorsitzenden Peter Bruckschen.

"Hilfsbereit zu jeder Zeit" ist auf unsere Fahne zu lesen. Es ist die Devise, die das Handeln des Vereins bestimmt hat. Die günstige Lage Hombergs gegenüber der Ruhrmündung führte zwangsläufig dazu, dass sich die Einwohnerschaft dieser Gemeinde seit alters her aus Bauern, Fischern und Schiffern zusammensetzte.

Die Schiffer haben sich immer, d.h. auch weit über unsere nunmehr fast 110jährige Vereinsgeschichte hinaus, als eine berufsständige Gemeinschaft verstanden, in welcher der eine auf die Hilfe des anderen angewiesen war, wenn er mit den Naturgewalten fertig werden wollte, mit denen er täglich zu tun hatte. Die Fortentwicklung der Technik und das Aufkommen von Massengütern brachten es mit sich, dass ab Mitte des 19ten Jahrhunderts eiserne Dampfboote und Schleppkähne langsam aber sicher die hölzernen Segelschiffe verdrängten, die bis dahin das Bild auf dem Strom bestimmt hatten. Diese Entwicklung bewirkte nicht nur, dass der Bereich, in dem sich die Schiffer mit ihren Fahrzeugen bewegen konnten und bewegten, immer größer wurde, sondern sie erforderte auch eine Erweiterung ihres Wissensstandes und fachmännischen Könnens.
Diese Männer der Schifffahrt, gleich ob sie nun Schiffseigner oder Angestellte von Reedereien waren, verband ihre gemeinsame Sache, sie saßen im Wortsinn "in einem Boot".

So begannen Anfang der 90er Jahre des 19ten Jahrhunderts in Homberg die Bestrebungen, einen Zusammenschluss der Fahrensleute zustande zu bringen. Die Verwirklichung dieser Absicht war gar nicht so einfach, denn bedingt durch ihren Beruf waren die Schiffer ja ständig mit ihren Kähnen und Booten unterwegs. Im langen, harten Winter des Jahres 1892/93 aber war es dann doch soweit. Der Schifferverein wurde gegründet. Laut Satzung sollte er nicht nur die Geselligkeit und Kameradschaft unter den Schifffahrtstreibenden pflegen, sondern ihnen oder ihren Angehörigen im Krankheits- oder Sterbefall auch Unterstützung gewähren. So erhielten erkrankte Mitglieder aus der Vereinskasse ein Krankengeld von 0,50 RM pro Tag. An die Hinterbliebenen der Verstorbenen wurde ein Sterbegeld ausbezahlt.

Der erste Vorsitzende war Fritz Heimberg. Ihm folgten im Laufe der Jahre die Kameraden August Buhren, Gerhard Klein, Johann Hörnemann, Adam Borgarts, Wilhelm Borgarts, Heinrich Heimbach, Johann Dahmen, Dietrich Berns, Karl Hackstein, Gottfried Stoffels, Adam Borgarts, Peter Bruckschen, seit 1997 Günter Laue und Peter Bruckschen, Ehrenvorsitzender.

Ende 1893 zählte der Verein bereits 37 Mitglieder. Frauen wurden noch nicht aufgenommen.

Im Jahre 1896 wurde eine Vereinsfahne angeschafft und festlich eingeweiht. Einen großen Mitgliederzuwachs erhielt der Verein, als er vom 20. bis 22. Mai 1922 in einem großen Festakt unter Anteilnahme der Homberger Bürgerschaft sein 30jähriges Jubiläum beging, nachdem das 25jährige Bestehen wegen des 1. Weltkriegs nicht gefeiert werden konnte.

Während die Mitgliederzahl 1919 noch 92 betrug, stieg sie im Jahre 1922 auf 225 an.
10 Jahre später, als am 10. Dezember 1932 das 40jährige Vereinsjubiläum im Saale des Kameraden Wilhelm Roßmüller festlich begangen wurde, zählte der Verein 318 Mitglieder und war damit der stärkste Schifferverein im Rheinstromgebiet.

Auf einer dieser Jubiläumsveranstaltungen wurde in einer Bierzeitung ein Vorfall glossiert, der sich im Jahre 1905 ereignet hatte. Damals kehrte eine Fahnenabordnung von einem Ruhrorter Schifferfest mit der Roßkathschen Fähre - die Brücke war noch nicht fertig gebaut - nach Homberg zurück. Weil der Fahnenträger vermutlich zu tief ins Glas geschaut hatte, fiel ihm während der Überfahrt die Fahne aus der Hand und über Bord. Der Schreiber der Bierzeitung dichtete:

"Es liegt eine Fahne im tiefen Rhein.
Sie gehört dem Homberger Schifferv
erein".

Er hätte allerdings besser geschrieben:

"Es lag eine Fahne", denn diese Fahne aus der Gründerzeit - im Jahre 1980 mit Hilfe von Spenden der Mitglieder vollständig restauriert - ist noch heute der Stolz der Vereinsmitglieder.

Als während des großen Hochwassers des Jahres 1920 die tiefer gelegenen Stadtteile überflutet wurden, richtete der Schifferverein eingedenk seines Fahnenspruchs sofort einen Fähr- und Wachdienst ein. Wochenlang wurden bei Tag und Nacht mit Nachen ein Fährdienst mit den im Überschwemmungsgebiet aufrecht erhalten und die von ihren Bewohnern verlassenen Häuser bewacht.

Wegen des 2. Weltkriegs musste auch die Feier zum 50jährigen Bestehen des Vereins ins Wasser fallen". Waren im 1. Weltkrieg 8 Kameraden gefallen, so kehrten aus dem Kriege 1939/1946 15 Vereinsmitglieder von der Front und aus der Kriegsgefangenschaft nicht nach Hause zurück oder waren in der Heimat den Bombenangriffen zum Opfer gefallen. Auf zwei holzgeschnitzten Ehrentafeln, die im Vereinslokal hängen, gedenkt der Schifferverein diesen Kameraden.
Mit Unterstützung der Stadtverwaltung  und befreundeter Firmen und der tatkräftigen Mithilfe vieler
Vereinsangehöriger wurde 1934 in den Rheinanlagen am Eisenbahnhafen ein Schiffermast erstellt und am 1. Juli 1934 unter Beteiligung zahlreicher auswärtiger Vereine eingeweiht und in die Obhut der Stadt Homberg übergeben. Weil dieser Mast vom Rhein aus jedoch nicht zu sehen war, was eigentlich die Hauptvoraussetzung für einen Schiffermast sein sollte, wurde mit Zustimmung der Stadt 1955 auf dem Dach der alten Pumpstation an der Königstrasse ein neuer , zweiteiliger Holzmast aufgestellt. Die Firma Heinrich Lohbeck baute und spendete Seinezeit eine spezielle Mastwinde, die Fa. Schmitz & Söhne das Fundament. Auf seinem Platz unmittelbar über dem Leinpfad wurde der Mast den Schiffern auf dem Rhein schon bald ein vertrauter Anblick.
Mit seinem Flaggenschmuck an den Feiertagen und aus anderen Anlässen diente er zweifellos auch zur Verschönerung des Homberger Rheinpanoramas.

Und wenn die Vereinsfahne auf halbmast gesetzt war, so zeigte sie den Fahrensleuten auf dem Rhein an, dass ein Kamerad des Homberger Schiffervereins die letzte große Reise angetreten hatte.
Als dieser Holzmast 1974 bei Renovierungsarbeiten abgebrochen war, konnte am 5. Oktober 1975 ein neuer, 20 Meter langer, zweiteiliger Eisenmast festlich eingeweiht werden.
Ermöglicht wurde diese kurzfristige Ersatzbeschaffung durch eine großzügige Hilfe der Stadt Duisburg, in die unsere Vaterstadt kurz zuvor eingemeindet worden war, und durch Spenden von Reedereien und zahlreichen Mitgliedern. In den Folgejahren konnten wir unsere Mastanlage dank der Materialspenden unserer Kameraden Plog, Becker und Zimmer sowie der befreundeten Firmen Kleinholz und Lünnemann, um eine große Schiffsglocke, einen Teakholz-Haspel von
1,80 m Durchmesser, einen 600 kg Stockanker, einen ebenso schweren Klippanker und einen 400 kg Gusspropeller erweitern. Eine Absperrung aus Ankerketten sichert unsere Anlage, die - ohne zu übertreiben - sicherlich eine der schönsten ihrer Art sein dürfte, gegen unbefugten Zutritt.
Vor unserem 100jährigen Jubiläum haben wir das alte Gebäude der ehemaligen Pumpstation, auf deren Dach unser Mast steht, auf Vereinskosten vollständig anstreichen lassen, um unseren vielen Gästen einen optisch möglichst guten Eindruck zu bieten.

Im Jahre 1990 haben wir vom Kauber Schifferverein ein 8,00 m langes, 2,25 m breites und über die Kamine 3,00 m hohes Holzmodell eines Radbootes übernommen. Nach einer gründlichen Renovierung und teilweisen Erneuerung, dem Einbau einer Elektroanlage, eines Raucherzeugers
und eines Dieselaggregats haben wir es vom ursprünglichen alten Trailer auf einen moderneren Anhänger mit Tandemachse gesetzt, der die erforderliche Auflaufbremse und TÜV-Abnahme besitzt, damit wir es selber mit einem ausreichend starken PKW transportieren können.
Mit seinen qualmenden Schornsteinen und den beiden sich drehenden Schaufelrädern ist unser Schiffsmodell bei vielen Veranstaltungen eine gern gesehene Attraktion. So haben wir mit ihm auf Wunsch der Stadt Duisburg an den großen Umzügen teilgenommen, die aus Anlass der NRW-Tage in Detmold, Münster und Arnsberg vor tausenden Zuschauern stattfinden. Ebenso am großen "Deutschlandfest 95" in Berlin, das an den 5. Jahrestag der Wiedervereinigung erinnerte.
Mit unserem Boot waren wir u.a. bei Vereinsjubiläen in Datteln, Bergeshövede, Vynen, Grith, Minden, Magdeburg und Alsleben an der Saale zu Gast.Witterungsfest untergestellt sind Schiff und Wagen auf dem Gelände der Fa. Nolden in Essenberg in einem von uns aus großen Abdeckplanen erbauten "Garagenzelt".

Sehr beliebt waren und sind bei den Mitgliedern die alljährigen Vereinsausflüge, meist ein - oder zweitägige kombinierte Bus- und Schiffsreisen. Bis zu 250 Teilnehmer fuhren so an den Rhein nach Rüdesheim, Boppard und Braubach, an den Neckar nach Haßmersheim, Neckargerach, Eberbach und Heidelberg an den Main nach Erlach und Faulbach, an die Lahn nach Lärnburg und Bad Ems,
an die Mosel nach Bernkastel, an die Saar zur großen Saarschleife, an die Weser nach Hannoversch-Münden, Höxter und Minden, an die Elbe nach Magdeburg, an die Saale nach Landsberg, zur Batavia-Werft in Lelystadt, zum Sturmflutwehr an der Oosterschelde und bereits mehrfach zur bekannten Meier-Werft in Papenburg. Aber nicht nur Tagesausflüge fanden großen Anklang sondern auch die 5 bis 7 tägigen Reisen, die jeweils 50 bis 70 Teilnehmer in den Jahren 1994, 1996 bis 1998, 2000 und 2001 in den Donauraum Passau, in die sächsische Schweiz, in den südlichen Hochschwarzwald, nach London, Paris und zum Spreewald führten.

Seit dem Sommer 1999 hat der Schifferverein ein inzwischen lieb gewordenes "Patenkind" den im Ruhrorter Hafenmund liegenden Museumsdampfer "Oscar Huber". Was ihnen Außenstehende schon gar nicht und manche skeptischen Vereinsmitglieder ebenfalls nicht zugetraut hatten,
haben 20 Kameraden geschafft. Von Mitte Juni bis Ende Juli haben sie in mehr als 1.400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden, den stark herunterbekommenden Raddampfer, der in Fachkreisen nur noch als "Rostlaube" bezeichnet wurde, wieder auf Vordermann gebracht, indem sie
ihn ab der Wasserlinie komplett entrostet und neu in Lackfarbe gestrichen haben. Alle Arbeiten, die sie im schwimmenden Zustand des Schiffes nicht durchführen konnten, haben sie im nächsten Herbst nachgeholt, als das Schiff auf der Helling der Meidericher Schiffswerft lag. 624 zusätzliche Arbeitsstunden sind dieses mal angefallen, insgesamt also schon mehr als 2.000. Bei der Museumsleitung, in der Öffentlichkeit, im Radio und Fernsehen hat diese Aktion des Vereins erhebliches Aufsehen erregt und allgemeine Anerkennung gefunden.

In den Jahren 1974 bis 1985 - ausgenommen 1982, in dem wir unser 90jähriges Bestehen an den beiden Pfingsttagen mit jeweils mehr als 1.000 Gästen und den bekannten Tanzorchestern Ambros Selos und Freddy Breck in der Glückaufhalle feierten - fanden unser alljährlichen Schifferfeste im großen Saal des ev. Gemeindehauses statt. Weil hier nicht mehr als 400 Gäste Platz fanden, wurden diese Veranstaltungen als recht familiär empfunden. Nachdem uns dieser Saal nicht mehr zur Verfügung stand, wurden die späteren Feste, meist runde Vereinsjubiläen, in der Glückaufhalle veranstaltet. Stargast im Jahre 1987 war die Sängerin Ingrid Peters. 2 Jahre später war es Andy Borg. Der offizielle Festakt unseres 100jährigen Jubiläums am Pfingstsonntag 1992 fand nach einem ökumenischen Gottesdienst an unserem Schiffermast und einem kleinen Umzug durch Homberg mit ca. 400 geladenen Gästen auf dem schönen  FGS "Wappen von Ruhrort" während einer Fahrt durch die Häfen und auf dem Rhein bis Kaiserswerth statt. Am Abend sorgten fast 1.000 Gäste für eine volle Glück-auf-Halle. Ein optischer und gesanglicher Höhepunkt des Unterhaltungsprogramms waren die 4 charmanten jungen Damen, die als die "Euro Cats" eine professionelle Kombination aus Gesang und Tanz boten. Unser letztes Schifferfest in dieser großen Halle wurde am Pfingstsonntag 1995 zu unserer großen Enttäuschung nur von 650 Gästen besucht, obwohl wir bekannte und recht teure Künstler verpflichtet hatten .Das damit verbundene finanzielle Defizit war uns Anlass genug, erst wieder nach 4jähriger Pause, am31.10.1999 erneut ein solches Fest zu feiern. Dieses mal wie früher im kleineren Kreise im ev. Gemeindehaus.

Im nächsten Jahr jedoch, wenn der Verein 110 Jahre alt wird, wollen wir im Oktober mit möglichst vielen Gästen und einem erstklassigen Unterhaltungsprogramm unserer Jubiläumsveranstaltung in der Glückauf-Halle einen würdigen Rahmen verleihen.

Duisburg, 24.08.2001
gez. Peter Bruckschen
(Ehrenvorsitzender)
Quelle: Festschrift von Rüdiger Horst, 26.10.2002

Und nun ...
noch etwas Statistik
Im Gegensatz zu manchen Brudervereinen, die Klage über einen Mitgliederschwund führten, war der Bestand des Homberger Schiffervereins bis Mitte der 90er Jahre ständig gewachsen und beträgt seitdem ca. 350 Mitglieder. Derzeit gehören 26 Frauen dem Verein an.

In den letzten 15 Jahren hat sich das Durchschnittsalter unserer Mitglieder von 54,5 auf 59,5 Jahre erhöht. Zu erklären ist das wohl damit, dass generell die Lebenserwartung der Menschen steigt und das - was wesentlich sein dürfte - der Nachwuchs in der Deutschen Binnenschifffahrt fast vollständig fehlt.

Im gleichen Zeitraum nehmen an den Jahreshauptversammlungen, die jeweils im Januar stattfinden, gemittelt 109 Mitglieder teil. Durchschnittlich 54 Mitglieder besuchten die Vierteljahresversammlungen in den Monaten April, Juli, Oktober eines Jahres.

Unser Monatsbeitrag, der eine freiwillige Sterbehilfe einschließt, beträgt seit Januar 2000 DM 6,00 (DM 72,00 jährlich), nachdem er mehr als 25 Jahre lang mit DM 5,00 unverändert geblieben war.
Die am 1. Januar 2002 fällige Umstellung auf den EURO (€) wird mit 3,00 € eine geringfügige Beitragsermäßigung mit sich bringen.

Von unseren Mitgliedern tragen 10 die goldene Ehrennadel für mehr als 50jährige Vereinstreue und 71 Kameraden, die dem Verein mehr  als 25 Jahre angehören, die silberne Nadel.

Der Schifferberuf hat sich im Wandel der Zeiten durchgreifend geändert. Die frühere Romantik, an die sich unsere älteren Mitglieder so gerne erinnern, gibt es leider nicht mehr, denn die aktiven Schiffer stehen heute in einem harten, manchmal nervenaufreibenden Berufskampf. Darum ist es um so wichtiger, dass daheim ein Verein besteht, der sich bemüht, die Traditionen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit aufrecht zu erhalten und die Geselligkeit zu pflegen.

Quelle: Festschrift von Rüdiger Horst, 26.10.2002

Ehrung des Schifferverein Homberg von 1892 e.V. durch den Verband Duisburger Bürger im Jahre 2001

Stolz ...

ist der Schifferverein Homberg über die Verleihung des Bürgerehrenwappens am 16. November 2001 durch den Verband Duisburger Bürgervereine e.V., vertreten durch den Verbandsvorsitzenden Werner Ringel und dem Geschäftsführer Rolf Peters. Ausgezeichnet wurde, neben zwei Einzelpersonen, mit dem Schifferverein Homberg erstmals ein Verein. Dafür musste sogar die Satzung des Verbandes Duisburger Bürgervereine geändert werden. Darauf sind wir sehr stolz.

Die Laudatio hielt der stv. Vorsitzende des Fördervereins des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt, Herr RA Hermann Moseler.

So wurde dem Homberger Schifferverein, der sich schon bei seiner Gründung 1892 das Motto "Hilfsbereit zu jeder Zeit" auf seine Fahne geschrieben hatte, neben dem früheren sozialen Engagement, vor allem für die Hilfe zum Erhalt der Museumsschiffe Bilgenentöler und  dem Radschleppdampfer "Oscar Huber" gedankt.

Der Bilgenentöler wurde von aktiven Vereinsmitgliedern ehrenamtlich repariert und gestrichen.

Im Jahre 1999 hat nach vielen Diskussionen von Stadt und Firmen der Schifferverein den letzten Radschleppdampfer auf dem Rhein "Oscar Huber", der stark heruntergekommen war, wieder auf Vordermann gebracht. Mehr als 1.400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurden  von den aktiven Vereinsmitgliedern geleistet. Ein Jahr später, als "Oscar Huber" auf der Helling der Meidericher Schiffswerft lag, wurden in weiteren 650 Arbeitsstunden diejenigen  Arbeiten durchgeführt, die im schwimmenden Zustand nicht getätigt werden konnten.
Weiterhin besuchten Mitglieder des Schiffervereins mit dem vereinseigenen 8 Meter langen Radbootmodell, dessen Schornsteine qualmen und Schaufelräder sich drehen, mehrere Altenstätten in Duisburg. Die Bewohner dieser Einrichtungen zeigten sich erfreut und dankbar für die Abwechslung, die diese Besuche mit sich brachten.

Der Vorsitzende des Homberger Schiffervereins, Günter Laue, betonte, dass die Tradition "Hilfsbereit zu jeder Zeit" auch weiterhin der Wahlspruch des Vereins bleiben wird, so dass sowohl Bürger, als auch Fahrensleute vom Vereinsleben profitieren können.

Quelle: Festschrift von Rüdiger Horst, 26.10.2002

Wie Homberg zur Schifferstadt wurde.
Zu allen Zeiten ist der Rhein eine wichtige Verkehrsstraße gewesen, und in früheren Jahrhunderten bestimmte der Rhein mit seinen Dammbrüchen  und Überschwemmungen viel mehr als heute das Schicksal unserer niederrheinischen Bevölkerung. Nicht wenige Deichbrüche haben durch die Wassermassen und das mitgeführte Eis auch in Homberg große Verwüstungen angerichtet. Wohl hauptsächlich deshalb zeigte das alte Kirchensiegel der evangelischen Kirche Homberg ein mit den empörten Wellen kämpfendes Schiffchen und der lateinischen Inschrift "Servato perimus"(Hilf, wir verderben).
Schon im 17. Jahrhundert hörten wir von regelmäßigen Fahrten zwischen den Stapelorten Dordrecht bzw. Rotterdam, Köln und Mainz. Auf der unteren Strecke wurde die Fahrt der kurkölnischen Strombehörde dem Salzamt zu Köln, unterstellt; in die obere Fahrt teilten sich die oberrheinische Schifferzunft zu Köln und die Schifferzunft zu Mainz. Auch für kürzere Strecken gab es regelmäßige Fahrten, zu denen man die Schiffer in bestimmter Reihenfolge heranzog. Solche Bört- oder Rangfahrten /holl. Beurt = Rang, Reihe) unter staatlicher oder städtischer Aufsicht hatten z.B. Wesel, Duisburg und Düsseldorf. Die Duisburger Börtschiffahrt kannte seit 1674 wöchentliche Fahrten nach Nijmegen und später auch nach Amsterdam. Sie stand noch in den Jahren 1794 - 97 in höchster Blüte und fand erst Mitte des 19. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt ihr Ende.
1816 erschien zum ersten Mal  ein Dampfer auf dem Rhein, und bereits 1825 konnten die ersten regelmäßigen Personenfahrten mit Dampfschiffen durchgeführt werden. Im Güterverkehr setzten sich seit Beginn der 40er Jahre die Schleppzüge durch. Die Schifffahrt war nun nicht mehr, wie bisher bei der Bergfahrt vom "Leinpfad" am Ufer abhängig, wo die Schiffe von Pferden stromauf getreidelt werden mussten. Nun lohnte es sich auch, das Flussbett zu verbessern und die Felsenstrecke am Siebengebirge und die Rheingaustrecke mit dem "Wilden Wasser" zu regulieren.
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, als die fortschreitende Industrialisierung es ermöglichte, Massengüter wie Kohle, Erz, Getreide usw. auf verhältnismäßig billige Weise zu befördern, setzt ein beispielloser Aufschwung der Rheinschifffahrt ein. Auch für Homberg brachten die ersten Ruhrkohlen die erste Blüte als Rheinumschlagplatz, wobei die günstige Lage gegenüber der Ruhrmündung eine große Rolle spielte. Die Kohlenhandelsfirmen, die um die Jahrhundertmitte in Homberg und Ruhrort entstanden, richteten sich Kohlenlagerplätze an der Homberger Rheinfront ein, und dort wurden die Kohlen aus den Ruhrnachen durch Tragkörbe auf Stapel geworfen oder direkt weiter verladen.
Auch der Umschlag auf Eisenbahnwaggons gewann an Bedeutung, denn von Homberg aus konnte die Kohle bis in den Krefelder und Mönchengladbacher Industriebezirk befördert werden. Eine besondere Art der Schifffahrt hatte Homberg eine Zeitlang mit dem so genannten Trajektverkehr Homberg - Ruhrort. Im Jahre 1854 - 56 hatte man auf beiden Seiten des Stroms die Hebetürme gebaut, von wo aus die Trajektschiffe die Eisenbahnwagen über den Strom trugen. Auf diese Weise wurden jährlich bis zu 100.000 Wagen übergesetzt. Mit dem Bau der Hochfelder Eisenbahnbrücke nahm jedoch der Trajektverkehr 1885 ein Ende, und nur der Homberger Hebeturm ist als Zeichen einer vergangenen Epoche übrig geblieben.
Der starke Umschlagsverkehr und die günstige Lage zur Ruhrmündung rief bei den Hombergern mehr und mehr das Interesse für die Schifffahrt wach. Neben den Homberger Setzschiffen, die auf den Ruhrnachen ihren Verdienst fanden, gab es um die Mitte des 19. Jahrhunderts schon eine Reihe Besitzer von Holzschiffen. Lagen die Schiffe wegen des Wasserstandes oder Eisgangs still, so hatten sich manche einen kleinen Verdienst verschafft, indem sie Tauwerk mit den Händen zerpflückten und es als Werg zur Dichtung der Holzschiffe verkauften.
Diese Geschäft, das in Homberg zeitweise sogar im Großen und mit Maschinenarbeit betrieben wurde, kam jedoch mit dem Aufkommen eiserner Kähne zum Erliegen. Die kleineren Privat- und Partikulierschiffer konnten sich zunächst keine Eisenschiffe leisten. Erst zu Beginn der achtziger Jahre gab der Homberger Schiffsbesitzer Heinrich Freukes als erster einen größeren Eisenkahn in Holland in Auftrag. Es war ein "Dreimaster" mit ca. 18.000 Zentner Tragfähigkeit; er zählte damals zu den größten Schiffen, während heute Fahrzeuge von 3.000 - 4.000 t keine Seltenheit sind. Neben der Partikulierschifffahrt waren in Homberg auch einige Schifffahrtsunternehmen entstanden. Die Roßkathsche Fähre hatte das Recht zur Beförderung von Personen und Fuhrwerken von einem Ufer zum anderen. Da fuhren morgens die Homberger Frauen mit großen Körben voll Kartoffeln, Gemüse oder Obst auf dem Kopf nach Ruhrort zum Markt und auch von weiter her kamen die Milchkarren zu Dutzenden und setzten mit der so genannten Vincke-Fähre (benannt nach dem Freiherrn von Fincke, der die erste Anregung zum Bau der Ruhrorter Häfen gegeben hatte) über. Die "Vincke", im Volksmund Fink genannt, legte in Homberg an der "Schönen Aussicht" an. Später wurde diese Fähre durch eine Ponte mit Schraubendampfer ersetzt; sie war bis zum Bau der Rheinfähre (1907) in Betrieb. An Transport-Schifffahrtsunternehmen war in Homberg zunächst nur die Firma Kersken ansässig, die mehrere Kähne und Schraubenboote besaß. Sie verschwand nach Tod des Inhabers vom Markt. Ein ähnliches Unternehmen war das der Firma Friedrich Wilhelm Engeln, welches mit Spezialfahrzeugen zur Hebung havarierter oder gesunkener Schiffe besondere Bedeutung erlangte. Der in den 80er Jahren einsetzende Aufschwung in der Schifffahrt veranlasste den Mühlenbesitzer Johann Küppers, einen Einschraubendampfer in Auftrag zu geben. Diesem folgten im Laufe der Jahre mehrere Schrauben- und Raddampfer, die die Bezeichnung "Johann Küppers" mit den Nummern 1 bis 7 trugen. Das war der größte Schifffahrtsbetrieb, den Homberg bis dahin zu verzeichnen hatte.
Im Jahre 1905 ging diese Firma in den "vereinigten Frankfurter Reedereien" auf, die den Transport von Ruhrkohle nach Süddeutschland betrieben. Die Familie Küppers gründete fast gleichzeitig mit Johann van Hoff, Rotterdam, die RHENANIA Rheinschifffahrts-Gesellschaft m.b.H", um Massengüter von den Rhein-Seehäfen aus nach Süddeutschland zu transportieren.
Durch Verschmelzung mit Duisburger und süddeutschen Firmen zum "Bayerischen Schifffahrts-Konzern" (1914) konnte der Schiffs- und Dampferpark wesentlich vergrößert werden. Gingen die Fahrten stromauf gewöhnlich bis Mannheim oder Straßburg, so versuchte man um die Jahrhundertwende die Fahrten bis nach Basel auszudehnen. Im Jahre 1904 steuerte der Homberger Kapitän Gerhard Krochten den ersten Schleppzug der jemals Basel erreichte. Am 3. Juni traf er mit seinem Schleppzug wohlbehalten in Base ein und eröffnete damit einen neuen Abschnitt im  Güterverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz. Beim Wenden in Basel riss jedoch der Kahn "Christine" los und zerschellte an den Eisbrechern nahe der Brücke. Es gab ein Gerichtsverfahren, das jedoch mit Freispruch endete, ja, das Gericht stellte fest, "dass sich die Angeklagten große Verdienste um die Entwicklung der Großschifffahrt auf dem Oberrhein erworben haben".
Die Zahl der in  Homberg ansässigen Partikulierschiffer stieg bis zum 1. Weltkrieg stark. Der Verwaltungsbericht der Gemeinde Homberg aus dem Jahre 1909 führt nicht weniger als 65 Schiff auf,  die in Homberg ihren Heimatort hatten und im Schiffsregister des Amtsgericht Moers eingetragen waren.
Die Tradition dieser Homberger Schiffer pflanzte sich von Generation zu Generation fort, denn oft ergriffen auch die Söhne den Beruf des Vaters. Wie hielten sie zusammen, und wie sehr war der Rheinstrom von Homberg bis Rotterdam und Mannheim oder Basel ihre Heimat! Wenn sie da morgens in aller Frühe losfuhren, dann nahmen die Schiffsleute ihre Mütze ab, die Schiffsglocke wurde dreimal an geschlagen und die Fahrt mit dem Spruch  "In Gottes Namen" angefangen. Wurde ein Schiffer beerdigt, dann waren sie alle zur Stelle, um dem Verstorbenen das letzte Geleit zu geben; die Fahne wurde auf halbmast gesetzt und nicht selten fand man am auf dem grab eines Homberger Schiffers eine Anker oder den alten Spruch "Glaube, Liebe, Hoffnung". Anker oder Schiff waren auch oft an den alten Häusern von Homberger Schiffern angebracht, und vor der Homberger Kirmes (2. Sonntag im Juli) war es Ehrensache, das Haus neu herzurichten, die Dielen mit weißem Sand neu auszulegen, die Häuser mit Grün zu schmücken und die Gartenzäune zu streichen. An den Farben konnte man schon sehen, ob jemand bei Haniel oder Stinnes oder bei einer anderen Firma fuhr, und zur Homberger Kirmes trafen sich die Schiffer, sofern sie nur in der Nähe waren, an der Ruhr, am Homberger Ort, am Luftball, in Essenberg oder bei "Roßmüller" und klönten über ihre Fahrten. Die alten Pensionäre saßen im Sommer Tag für Tag in Homberg oder Essenberg auf der "Lügenbank" und begutachteten fachmännisch den Verkehr auf dem Rhein; sie kannten jedes Boot schon von weitem und winkten den vorüber fahrenden Schiffsleuten zu. Und auch, wenn ein Homberger Schiffer sich auswärts, am Oberrhein oder anderswo zur Ruhe setzte, dann riss die Verbindung nach Homberg und dem Schifferverein nicht ab.
Nach dem Krieg wurden die großen Schleppzüge und die stolzen Raddampfer immer seltener auf dem Rhein. Die Motorschifffahrt setzte sich mehr und mehr durch und seit etwa 30 Jahren ist auch die Schubschifffahrt auf dem Rhein vertreten. Die Bedeutung Hombergs als Schifferstadt wird noch unterstrichen durch die Errichtung eines Schifferkinderheims und als Sitz der Schifferberufsschule für das gesamte Rheingebiet.
Das alte Homberg, das vor mehr als 100 Jahren noch als Fischer- und Schifferstadt bekannt war, nimmt also auch heute einen hervorragenden Platz in der Rheinschifffahrt ein.
Quelle: Festschrift von Rüdiger Horst (Gerhard Köhnen, 1967)

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