Seitenradschleppdampfer OSCAR HUBER

Technisches Denkmal

1922 wurde der Seitenradschleppdampfer von der Reederei H. P. Disch, Duisburg, in Dienst gestellt und hatte den Namen H. P. DISCH VIII - WILHELM VON OSWALD. 1927 übernahm die Reederei Raab Karcher den Seitenradschlepper und vergab den Namen RK XIV FRITZ THYSSEN. 1940 wurde das Schiff auf den Namen RK XIV-OSCAR HUBER umbenannt. 1945 musste OSCAR HUBER auf Befehl der Deutschen Wehrmacht, im Rhein bei Oberwesel, von der eigenen Besatzung versenkt werden. 1946 konnte das Schiff wieder gehoben, repariert und 1947 erneut in Dienst gestellt werden. 1955 wurden beide Feuerungen der Dampfkessel von Kohle auf schweres Heizöl umgestellt. Im Jahre 1966 wurde der Seitenradschlepper gegenüber der modernen Schubschiffahrt unrentabel und ausser Dienst gestellt. 1968 wurde ein Verein gegründet um mit Passagierfahrten den Seitenradschleppdampfer zu erhalten. 1971 konnte der Verein die Unterhaltungskosten nicht mehr aufbringen und OSCAR HUBER wurde endgültig ausser Dienst gestellt. Die drohende Verschrottung konnte durch die Übernahme der Stadt Duisburg abgewendet werden. 1972 wurde OSCAR HUBER zur Filialwerft nach Köln-Deutz geschleppt und gründlich überholt. 1973 waren die Überholungsarbeiten abgeschlossen und OSCAR HUBER konnte wieder nach Duisburg geschleppt werden. Im Hafenmund an der Schifferbörse wurde das Schiff am Steiger vertäut, hier ist bis heute der Liegeplatz. 1974 Eröffnung auf dem Seitenradschleppdampfer als “Duisburger Schiffahrtsmuseum”. 1979 wird im alten Ruhrorter Rathaus das “Museum der Deutschen Binnenschiffahrt” eröffnet und OSCAR HUBER wird übernommen. 1988 stehen Instandsetzungsarbeiten und Farberneuerungen an, die von der Meidericher Schiffswerft ausgeführt werden. 1999 wird von dem ”Schifferverein Homberg von 1892 e. V.”, oberhalb der Wasserlinie ehrenamtlich ein neuer Farbanstrich aufgebracht. Im Jahr 2000 konnte eine gründliche Stahlsanierung auf der Meidericher Schiffswerft vorgenommen werden, wobei der “Schifferverein Homberg von 1892 e. V.” ehrenamtlich die Farbsanierung ausführte. Seit 2001 liegt OSCAR HUBER wieder als Wahrzeichen im Hafenmund am Steiger

Werft: Ewald Berninghaus, Duisburg

Baujahr: 1921 / 1922

Typ: Seitenradschleppdampfer

Bauweise: Stahlblech genietet

Länge: 75,00 m

Breite: Kasko 9,00 m

Breite über Radkästen: 20,75 m

Tiefgang leer: 1,18 m

Tiefgang gebunkert: 1,55 m

Antrieb: 3-Zylinder Dampfmaschine

Antriebsleistung: 1.550 PS bei 33 U/min

Schleppkraft: ca. 6.000 Tonnen

Schaufelräder: je mit 7 Schaufeln

Schaufelraddurchmesser: 5,20 m

Dampfkessel: 2 Stück

Kesselfeuerung: bis 1955 mit Kohle

Kesselfeuerung ab 1955 = schweres Heizöl

Heizfläche: ca. 500 m²

Schornsteine: 2 Stück

Schornsteinhöhe: 9,10 m über Deck

Tagesverbrauch an Kohle: ca. 12 Tonnen

Tagesverbrauch an Heizöl: ca. 6.500 Liter

Besatzung bei Kohlefeuerung: 15 Mann

Besatzung bei Ölfeuerung: 8 Mann

Buganker: 1.280 kg Stockanker

Heckanker: 710 kg Klippanker

Notanker an Bug: 2 Stockanker a=1.135 kg und 1 Klippanker von 680 kg

Reederei: bis 1927 H.P. Disch und ab 1927 Raab Karcher

Schiffsname: 1922 bis 1927 “H.P.DISCH VIII-Wilhelm von Oswald”,
1927 bis 1940 “RK XIV - Fritz Thyssen”, seit 1940 RK-XIV-OSCAR HUBER

1945 OSCAR HUBER wird auf Wehrmachtsbefehl bei Oberwesel versenkt

1946 OSCAR HUBER wird gehoben und mit den Reparaturen wird begonnen

1947 OSCAR HUBER ist wieder fahrtüchtig und wird in Dienst gestellt

1955 Kohlefeuerung wird durch Oelfeuerung ersetzt

1966 OSCAR HUBER ist unrentabel und wird ausser Dienst gestellt

1968 Für die Erhaltung wird ein Verein gegründet und bietet Passagierfahrten

1971 Die Unterhaltungskosten können nicht erwirtschaftet werden, OSCAR HUBER wird stillgelegt

1971 Um OSCAR HUBER vor der Verschrottung zu bewahren übernimmt die Stadt Duisburg

9172/73 Überholungsarbeiten in Köln-Deutz (Filialwerft)

1973 Verschleppung nach Duisbutg zum Liegeplatz an der Schifferbörse (Hafenmund)

1974 Eröffnung “Duisburger Schiffahrtsmuseum”

1979 OSCAR HUBER wird von dem im alten Rathaus eröffneten MDB übernommen

1988 OSCAR HUBER wird auf der MSW instandgesetzt

1999 Der Schifferverein Homberg von 1892 e.V. saniert OSCAR HUBER im gesamten
         Farbbereich oberhalb der Wasserlinie

2000/01 OSCAR HUBER wird auf der Meidericher Schiffswerft gründlich im Stahlbereich saniert und
             das Unterwasserschiff wird gereinigt und erhält einen neuen Koorosionsschutz mit
             Deckanstrich

2001 Der Schifferverein Homberg von 1892 e.V. saniert farblich die Schaufelräder mit Wellen und
         Radkädten, die Bordwände aussen mit Wasserpass, das Kassenhaus und das gesamte Deck.

OSCAR HUBER