Technisches Denkmal

Kranschiff FENDEL 147

Für das Verfahren über alle Laderäume befinden sich Kranschienen auf Deck, jeweils an Steuer- und Backbord parallel am Dennebaum. Über das Fahrwerk ist der Kran 360 Grad schwenkbar. 1964 wurde der Dampfkran  demontiert und ein 5 Tonnen Dieselkran auf das vorhandene Fahrwerk aufgebaut.
Der zeitgeschichtliche Entwicklungsverlauf in der Binnenschiffahrt ist mit den Kranschiffen unlösbar verbunden. Ein Schiffstyp, der für die Bedeutung der ehemaligen Dampfschiffahrt ein besonderes Zeugnis ablegt. Das Bild der Duisburger Rheinreede ist in der Zeit der Dampfschiffahrt auch von den Kranschiffen stark geprägt. Kranschiffe versorgten zur Zeit der Dampfschiffahrt die kohlebefeuerten Schlepp- und Personendampfer mit Kohle. Der Schiffsführer lebte mit seiner Familie in der Wohnung im Achterschiff, Matrose mit Familie in der Wohnung im Vorschiff. Insgesamt sind die Wohnverhältnisse auf dem Schiff sehr beengt und die Einrichtung war entsprechend karg. Große Reedereien unterhielten an bestimmten
Stützpunkten Kranschiffe. Eine weitere Aufgabe war die Weiterleitung der ein- und ausgehenden Post an die Besatzung der anlegenden Schiffe und an die Reedereien oder sonstigen Firmen. Ebenso wichtig war die Einrichtung der Kranschiffe als Orderstation. Nach Beendigung der Dampfschiffahrt wurden die Kranschiffe als Lager- und Versorgungsschiffe für die nun mit Dieselmotoren umgerüsteten Schleppboote und Personenschiffe genutzt. Als die Kranschiffe unrentabel wurden,  fielen alle der Verschrottung zum Opfer. FENDEL 147 wurde als letztes Kranschiff von der Stadt Duisburg gerettet. FENDEL 147 ist ein Schiffstyp aus dem Duisburger Raum, der in der Bundesrepublik Zeugnis für die Bedeutung der vergangenen Dampfschiffahrt ablegt.

Werft: Schiffs- & Maschinenbau AG, Mannheim

Baujahr: 1922

Typ: Kranschiff, Schleppkahn

 Bauweise: Stahlblech, genietet

Länge: 65,95 m

Breite: 9,02 m

Tiefgang leer: 0,57 m

Tiefgang beladen: 2,09 m

Laderäume: 9 gedeckte

Luken: 284 Holzluken

Scherstöcke: Holz

Merklinge: Holz

Ladekapazität: 7.500 kg

Herfte: 2 Stück, Stahlblech genietet

Reedeerei: Stinnes

Herfte 1995  komplett erneuert, in selbsterstellter Schweißkonstruktion beide Herfte erneuert

Materialverladung: Bordkran

Schiffsname: FENDEL 147

Kran bis 1964: kohlebefeuerter Dampfkran

Kran ab 1964: Dieselkran, Unterwagen erhalten

Liegeplatz: Rheinreede Essenberg, bis 1988

Liegeplatz ab 1992 Eisenbahnhafen

Alle Holzluken als Repliken komplett erneuert

Scherstöcke und Merklinge als Repliken erneuert

Rheinreede 1959 - FENDEL 147 mit Dampfkran - linksseitig

FENDEL 147